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Prävention von Problemverhalten beginnt im Welpenalter

Prävention von Problemverhalten beginnt im Welpenalter von Luca Barrett Was kannst du von Trainern für verhaltensauffällige Hunde für d...

Prävention von Problemverhalten beginnt im Welpenalter


von Luca Barrett


Was kannst du von Trainern für verhaltensauffällige Hunde für die Welpensozialisation lernen?

Wenn ein erwachsener Hund andere Hunde an der Leine anbellt, vor fremden Menschen zurückweicht, bestimmte Untergründe verweigert oder auf alltägliche Umweltreize mit großer Unsicherheit reagiert, beginnt häufig eine aufwendige Trainingsarbeit.

Trainer schauen dann sehr genau hin:

Wann beginnt der Hund sich unwohl zu fühlen? Welche frühen Signale zeigt er? Wie viel Abstand braucht er? Kann er sich aus einer Situation lösen? Hat er überhaupt noch die Möglichkeit, Informationen aufzunehmen und eine Entscheidung zu treffen? Oder ist seine Anspannung bereits so hoch, dass Lernen kaum noch möglich ist?

Trainer für verhaltensauffällige Hunde schaffen Distanz. Sie reduzieren die Schwierigkeit. Sie achten auf Körpersprache. Sie ermöglichen dem Hund gute Erfahrungen und helfen ihm, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Doch warum beschäftigen wir uns mit all diesen Dingen häufig erst dann, wenn ein Problem bereits entstanden ist?

Was wäre, wenn wir einen Teil dieses Wissens schon viel früher nutzen, nämlich dann, wenn ein Welpe gerade erst beginnt, seine Welt kennenzulernen?

Genau darin liegt eine große Chance moderner Welpensozialisation.

Denn gute Welpenerziehung bedeutet nicht nur, einem jungen Hund erwünschtes Verhalten beizubringen.

Sie ist auch Prävention von Problemverhalten.

 

 

Sozialisation ist nicht nur eine Checkliste

Menschen mit Hut: kennengelernt.

Kinder: kennengelernt.

Andere Hunde: kennengelernt.

Bus gefahren: erledigt.

Gittertreppe: erledigt.

Staubsauger: erledigt.

Einkaufsstraße: erledigt.

So oder ähnlich wird Sozialisation manchmal verstanden. Der Welpe soll während einer bestimmten Entwicklungsphase möglichst viele Menschen, Hunde, Geräusche, Untergründe und Situationen kennenlernen.

Grundsätzlich ist es natürlich wichtig, dass ein junger Hund Erfahrungen mit der Umwelt sammelt, in der er später leben wird.

Aber allein die Anzahl dieser Erfahrungen sagt wenig über die Qualität seiner Sozialisation aus.

Ein Welpe kann zwanzig fremde Menschen kennengelernt und dabei zwanzigmal erlebt haben, dass jemand seine Individualdistanz unterschreitet.

Er kann viele Hunde getroffen und dabei gelernt haben, dass Weggehen nichts bringt, weil andere Hunde ihn trotzdem verfolgen.

Er kann mehrfach in der Innenstadt gewesen sein und jedes Mal so überfordert gewesen sein, dass er kaum noch in der Lage war, seine Umwelt in Ruhe zu verarbeiten.

Auf unserer Sozialisation-Checkliste sieht das hervorragend aus.

Für den Welpen kann die Lernerfahrung eine ganz andere gewesen sein.

Deshalb sollten wir weniger fragen:

„Was hat ein Welpe schon alles kennengelernt?“

und häufiger:

„Was hat der Welpe dabei gelernt?“

 

 

Gute Sozialisation bereitet nicht auf jeden Reiz vor, sondern auf das Unbekannte

Wir können einem Welpen nicht alles zeigen, was ihm während seines Lebens begegnen wird.

Wir können Menschen mit Regenschirmen trainieren und irgendwann steht plötzlich jemand mit einem großen Karton vor ihm.

Wir können den Straßenverkehr üben und eines Tages fährt eine Baumaschine direkt am Grundstück vorbei.

Wir können verschiedene Untergründe kennenlernen und später befindet sich irgendwo eine Oberfläche, die sich völlig anders anfühlt.

Die Welt lässt sich nicht vollständig auf einer Sozialisation-Checkliste abbilden.

Vielleicht sollte das auch gar nicht unser Ziel sein.

Viel wertvoller ist es, einem Welpen Strategien mitzugeben, wie er mit Neuem umgehen kann.

Ein Welpe darf lernen:

Ich darf erst einmal schauen.

Ich darf Informationen sammeln.

Ich muss nicht sofort hingehen.

Ich darf mich entfernen.

Ich kann mich wieder annähern.

Mein Mensch nimmt meine Signale wahr.

Ich kann eine Herausforderung bewältigen.

Das ist mehr als Gewöhnung.

Der Welpe sammelt Erfahrungen mit seiner eigenen Selbstwirksamkeit.

Und genau diese Erfahrungen können ihm später helfen, wenn er einer Situation begegnet, auf die wir ihn niemals gezielt vorbereiten konnten.

Selbstwirksamkeit bedeutet für einen Welpen die Erkenntnis: „Durch mein eigenes Handeln kann ich meine Umwelt gezielt beeinflussen und Probleme lösen.“

Wenn ein Welpe lernt, dass er kein passiver Passagier in seiner Welt ist, sondern selbst etwas bewirken kann, wächst er zu einem selbstbewussten, resilienten und mental stabilen Hund heran.

 

 

Die Gittertreppe und das Leckerli

Stellen wir uns einen Welpen vor, der zum ersten Mal vor einer Gittertreppe steht.

Er bleibt stehen.

Er schaut.

Vielleicht streckt er den Kopf etwas vor, schnüffelt, verlagert sein Gewicht nach hinten oder setzt vorsichtig eine Pfote auf das unbekannte Material.

Viele Menschen greifen jetzt zum Leckerli.

Der Welpe wird gelockt und tatsächlich: Er läuft über die Gittertreppe.

Auf den ersten Blick war das Training erfolgreich.

Aber was genau hat der Welpe gelernt?

Futter ist ein hervorragendes Trainingsmittel und natürlich können positive Verknüpfungen mit neuen Reizen sinnvoll sein. Problematisch wird es jedoch, wenn das Leckerli dazu dient, einen unsicheren Welpen über seine eigene Entscheidung hinwegzulocken.

Vielleicht wäre für diesen Welpen etwas anderes wertvoller gewesen.

Zeit.

Er hätte die Treppe anschauen können.

Er hätte schnüffeln können.

Eine Pfote daraufsetzen.

Wieder zurückgehen.

Noch einmal schauen.

Und schließlich vielleicht selbst entscheiden können, den nächsten Schritt zu machen.

Dann besteht die Lernerfahrung nicht nur aus:

Auf dieser Treppe gibt es ein Leckerli.

Sondern möglicherweise aus:

Ich war unsicher. Ich durfte mir Zeit nehmen. Ich habe Informationen gesammelt. Ich habe etwas ausprobiert. Und ich habe es geschafft.

Das ist ein völlig anderer Lernprozess.

 

 

Nicht jede Unsicherheit muss sofort „weggefüttert“ werden

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Leckerlis in der Sozialisierung grundsätzlich falsch sind.

Im Gegenteil: Richtig eingesetzt ist es ein ausgesprochen wertvolles Trainingswerkzeug.

Aber ein Leckerli sollte nicht automatisch zur Antwort auf jede Unsicherheit werden.

Wenn ein Welpe permanent auf das Leckerli in der Hand konzentriert ist, beschäftigt er sich weniger mit dem, worum es eigentlich geht:

seiner Umwelt.

Ein Welpe darf einen fremden Gegenstand anschauen.

Er darf einen Menschen beobachten.

Er darf einen anderen Hund wahrnehmen.

Er darf einen neuen Untergrund mit seinen Pfoten erkunden.

Er darf Geräusche lokalisieren.

Und er darf dabei manchmal einfach nur Hund sein, statt permanent eine Trainingsaufgabe erfüllen zu müssen.

Die Umwelt ist nicht nur eine Ansammlung von Ablenkungen, gegen die wir antrainieren müssen.

Die Umwelt ist sein Lernstoff.

 

 

Fremde Menschen: Muss ein gut sozialisierter Welpe jeden begrüßen?

Ein ähnliches Missverständnis erleben wir häufig bei der Sozialisation mit Menschen.

Der Welpe soll viele unterschiedliche Menschen kennenlernen. Also bekommen Freunde, Nachbarn oder fremde Personen ein paar Leckerlis in die Hand und sollen ihn damit zu sich locken.

Der Welpe geht hin.

Sozialisation erfolgreich?

Nicht unbedingt.

Vielleicht wollte der Welpe das Futter, aber eigentlich noch nicht so nah an diesen Menschen heran.

Vielleicht hätte er lieber aus zwei Metern Entfernung beobachtet.

Vielleicht hätte er gerne gerochen, nachdem die Person vorbeigegangen ist.

Vielleicht wäre er nach einer Minute von selbst nähergekommen.

Oder vielleicht auch nicht.

Ein gut sozialisierter Hund muss nicht lernen:

„Ich muss jeden fremden Menschen begrüßen.“

Viel wichtiger kann die Erfahrung sein:

„Fremde Menschen gehören zu meiner Umwelt. Ich kann sie beobachten. Ich muss keinen Kontakt aufnehmen. Und wenn ich Kontakt möchte, darf ich mich freiwillig annähern.“

Gerade für Hunde, die später viel in der Öffentlichkeit unterwegs sein sollen, ist das eine ausgesprochen wertvolle Fähigkeit.

 

 

Ein Welpe darf „Nein“ sagen, bevor er knurren muss

Welpen kommunizieren ständig.

Sie wenden den Kopf ab.

Sie drehen den Körper weg.

Sie gehen ein paar Schritte zurück.

Sie unterbrechen einen Kontakt.

Sie schnüffeln plötzlich.

Sie möchten Abstand gewinnen.

Nicht jede dieser Verhaltensweisen bedeutet automatisch Angst oder Unwohlsein. Körpersprache muss immer im gesamten Kontext beurteilt werden.

Aber sie liefert uns Informationen.

Und genau hier beginnt Prävention.

Wenn ein Welpe lernt, dass seine feinen Signale wahrgenommen werden, muss er nicht erst besonders deutlich werden, um etwas zu bewirken.

Das gilt beispielsweise beim Streicheln.

Eine sehr einfache Möglichkeit besteht darin, einen Welpen einige Sekunden zu streicheln und anschließend die Hände wegzunehmen.

Was macht er?

Sucht er wieder Kontakt, lehnt sich an oder stupst die Hand an?

Dann können wir die Interaktion fortsetzen.

Nutzt er die Gelegenheit dagegen, um sich abzuwenden oder wegzugehen?

Dann dürfen wir auch das respektieren.

Der Welpe erlebt dadurch etwas Wichtiges:

Meine Kommunikation funktioniert.

 

 

Abstand ist kein Scheitern

Gerade bei Welpen haben Hundehalter häufig Angst davor, Abstand zuzulassen.

„Wenn wir jetzt weggehen, lernt er doch erst recht, dass das gefährlich ist.“

Oder:

„Da muss er jetzt durch.“

Doch Distanz kann eine ausgesprochen sinnvolle Bewältigungsstrategie sein.

Ein Welpe, der sich kurz entfernen darf, kann aus größerer Entfernung möglicherweise wieder beobachten.

Seine Anspannung kann sinken.

Er kann Informationen aufnehmen.

Vielleicht entscheidet er sich anschließend sogar freiwillig für eine erneute Annäherung.

Deshalb lautet eine der wichtigsten Fragen nicht:

„Hat der Welpe die Situation ausgehalten?“

Sondern:

„War der Welpe in dieser Situation noch in der Lage zu lernen?“

 

 

Lernen findet nicht in maximaler Überforderung statt

Dieser Gedanke ist im Training von Hunden mit Problemverhalten selbstverständlich.

Wenn ein Hund bereits panisch fliehen möchte, massiv in die Leine springt oder einen anderen Hund anbellt, beginnen wir nicht in diesem Moment mit einer anspruchsvollen Lernaufgabe.

Wir verändern die Situation.

Warum sollten wir dieses Wissen nicht schon bei Welpen nutzen?

Auch ein Welpe muss nicht erst fliehen, erstarren oder bellen, bevor wir erkennen, dass eine Situation zu schwierig geworden ist.

Wir können viel früher beobachten:

Kann er sich noch in seiner Umgebung umsehen?

Kann er schnüffeln?

Kann er sich von einem Reiz wieder lösen?

Kann er eine eigene Entscheidung treffen?

Kann er sich nach einer kurzen Aufregung wieder regulieren?

Oder steigt seine Anspannung immer weiter?

Prävention beginnt lange vor der Eskalation.

 

 

Selbstvertrauen kann man nicht in einen Welpen hineinfüttern

Wir können einem Hund Sicherheit geben.

Wir können Bedingungen schaffen, unter denen Lernen möglich wird.

Wir können gute Entscheidungen verstärken.

Wir können ihn schützen, wenn eine Situation zu schwierig ist.

Aber eine wichtige Erfahrung muss der Welpe selbst machen:

„Ich kann das.“

Dafür braucht er angemessene Herausforderungen.

Nicht Überforderung.

Aber auch nicht die permanente Beseitigung jeder kleinen Schwierigkeit.

Manchmal ist unsere wichtigste Aufgabe, einen sicheren Rahmen zu schaffen und anschließend einige Sekunden länger zu warten.

Der Welpe schaut.

Er probiert.

Er geht zurück.

Er versucht es noch einmal.

Und irgendwann schafft er etwas, das er sich zuvor nicht zugetraut hat.

Genau solche Erfahrungen können Selbstvertrauen wachsen lassen.

 

 

Unser Ziel ist nicht ein Welpe, der bei allem irgendwie „funktioniert“

Vielleicht müssen wir deshalb auch neu darüber nachdenken, woran wir erfolgreiche Sozialisierung erkennen.

Der am besten sozialisierte Welpe ist nicht automatisch derjenige, der auf jeden Menschen zuläuft.

Nicht derjenige, der mit jedem Hund spielen möchte.

Nicht derjenige, der jeden Untergrund sofort betritt.

Und auch nicht derjenige, der in jeder neuen Umgebung ausschließlich seinen Menschen anschaut und auf das nächste Leckerli wartet.

Vielleicht sehen wir hervorragende Sozialisation manchmal in einem viel unspektakuläreren Moment:

Ein Welpe sieht etwas Unbekanntes.

Er bleibt stehen.

Er schaut.

Er läuft einen kleinen Bogen.

Er schnüffelt.

Er schaut noch einmal.

Und dann geht er weiter.

Kein Kommando.

Kein Locken.

Kein „Da muss er durch“.

Von außen ist fast nichts passiert.

Für den Welpen möglicherweise sehr viel.

Er hat Informationen gesammelt.

Er hat seine Distanz reguliert.

Er hat die Situation verarbeitet.

Er hat eine Entscheidung getroffen.

Und er hat erlebt, dass seine Strategie funktioniert.

Das ist Lernen.

 

 

Gerade für zukünftige Assistenzhunde ist das entscheidend

Für zukünftige Assistenzhunde ebenso wie für Therapiebegleithunde erhält diese Form der Sozialisation eine besondere Bedeutung.

Diese Hunde sollen später in einer ausgesprochen komplexen menschlichen Umwelt zurechtkommen.

Öffentliche Verkehrsmittel, Geschäfte, Restaurants, Arztpraxen, fremde Menschen, andere Hunde, enge Räume, überraschende Geräusche und unbekannte Situationen können zu ihrem Alltag gehören.

Wir können einen Welpen nicht auf jede dieser Situationen perfekt vorbereiten.

Was wir ihm aber mitgeben können, sind Bewältigungsstrategien.

Ein zukünftiger Assistenzhund braucht deshalb nicht nur Gehorsam und erlernte Aufgaben.

Er braucht die Fähigkeit, seine Umwelt wahrzunehmen, Informationen zu verarbeiten, sich nach Überraschungen wieder zu regulieren und mit Neuem umzugehen.

Souveränität bedeutet schließlich nicht, niemals unsicher zu sein.

Souveränität zeigt sich auch darin, mit Unsicherheit umgehen zu können.

Und genau deshalb entscheidet gute Welpensozialisation mit darüber, welche Voraussetzungen ein Hund für seinen späteren Weg mitbringt.

 

 

Was können wir von Trainern für Problemverhalten lernen?

Wenn ein erwachsener Hund bereits ausgeprägte Ängste, Reaktivität oder anderes Problemverhalten zeigt, versuchen Trainer häufig, Dinge wieder aufzubauen, die im Laufe seiner Entwicklung verloren gegangen sind oder nie ausreichend entstehen konnten.

Sie schaffen wieder Wahlmöglichkeiten.

Sie arbeiten mit angemessener Distanz.

Sie helfen dem Hund, früher aus einer schwierigen Situation auszusteigen.

Sie fördern andere Bewältigungsstrategien.

Sie versuchen, Vertrauen und Selbstwirksamkeit aufzubauen.

Sie achten auf kleine Signale, bevor Verhalten eskaliert.

Natürlich lässt sich nicht jedes spätere Problem durch gute Welpensozialisation verhindern. Genetische Voraussetzungen, Gesundheit, Entwicklung, Erfahrungen und viele weitere Faktoren beeinflussen Verhalten.

Aber daraus folgt nicht, dass Prävention unwichtig wäre.

Ganz im Gegenteil.

Vieles von dem, was Hundetrainer bei erwachsenen Hunden später mühsam wieder aufbauen, können wir beim Welpen von Anfang an fördern.

Vielleicht sollten wir deshalb häufiger über den Tellerrand der klassischen Welpenerziehung schauen.

Denn die Arbeit mit Hunden, die bereits Schwierigkeiten entwickelt haben, kann uns sehr viel darüber lehren, was junge Hunde brauchen, damit Schwierigkeiten möglichst gar nicht erst entstehen.

 

 

Sozialisation ist eine Lerngeschichte.

Am Ende sollten wir deshalb nicht nur fragen:

„Hat ein Welpe alles kennengelernt?“

Sondern:

„Was hat der Welpe darüber gelernt, wie er mit der Welt umgehen kann?“

Hat er gelernt, dass seine Kommunikation wahrgenommen wird?

Dass er Abstand nehmen darf?

Dass er Neues untersuchen kann?

Dass Unsicherheit nicht automatisch bedeutet, hilflos zu sein?

Dass er sich einer Sache annähern und wieder entfernen kann?

Dass sein Mensch ihn unterstützt, ohne ihm jede eigene Entscheidung abzunehmen?

Und dass er Herausforderungen bewältigen kann?

Wir können Welpen nicht versprechen, dass die Welt immer sicher sein wird.

Aber wir können ihnen helfen, etwas vielleicht noch Wertvolleres zu lernen:

Ich kann mich in dieser Welt orientieren. Ich kann Informationen sammeln. Ich kann kommunizieren. Ich kann Abstand nehmen. Ich kann wieder näherkommen. Und ich kann mit Neuem umgehen.

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Aufgaben guter Welpensozialisation.

 

 

Von der Behandlung zur Prävention, unsere neue Hundetrainerausbildung

Genau an diesem Punkt möchten wir künftig noch einen Schritt weitergehen.

Denn ein guter Hundetrainer sollte aus unserer Sicht nicht erst wissen, was zu tun ist, wenn Problemverhalten bereits entstanden ist. Er sollte verstehen, wie Verhalten entsteht und was wir bereits im Welpenalter dazu beitragen können, dass Hunde gute Strategien für ihr weiteres Leben entwickeln.

Deshalb freuen wir uns, heute zum ersten Mal einen kleinen Einblick in ein neues Projekt geben zu können:

Unsere neue Ausbildung zum Hundetrainer für Familienhunde und helfende Hunde.

Prävention ab dem Welpenalter wird darin einen wichtigen Stellenwert einnehmen.

Dabei gehen wir deutlich tiefer, als es in einem Blogartikel möglich wäre. Zukünftige Trainer lernen beispielsweise, wie Sozialisation sinnvoll geplant und individuell angepasst wird, wie frühe Anzeichen von Unsicherheit und Überforderung erkannt werden und wie Selbstwirksamkeit gefördert werden kann, ohne Welpen entweder zu überfordern oder ihnen jede Herausforderung abzunehmen.

Wir beschäftigen uns auch damit, wie Welpengruppen fachlich sinnvoll gestaltet werden, wie Trainer erkennen, ob Spiel tatsächlich für beide Welpen Spiel ist, wann eingegriffen werden sollte und wie sowohl zurückhaltende als auch sehr offensive Welpen angemessen begleitet werden können.

Warum ist es nicht korrekt, Leckerlis in einen Welpentunnel zu werfen, damit sich ein Welpe in den Tunnel traut?

Auch der Umgang mit Umweltreizen und Habituation, dabei das Lesen feiner körpersprachlicher Signale, sinnvolle Wahlmöglichkeiten, gutes Leinenhandling und die Frage, wie Erkenntnisse aus dem Training mit verhaltensauffälligen Hunden bereits präventiv eingesetzt werden können, gehören zu diesem Themenbereich.

Denn Hundetraining sollte nicht erst dort beginnen, wo ein Problem sichtbar wird.

Prävention von Problemverhalten beginnt im Welpenalter.

Und die Kunden einer Hundeschule profitieren von Trainern, die nicht nur wissen, wie man unerwünschtes Verhalten später verändert, sondern auch, wie man die Entwicklung eines jungen Hundes von Anfang an kompetent begleitet.

 

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